Rechtsrheinische Perspektiven, Köln
AuftraggeberStadt Köln, Gestaltungsbeirat und Stadtplanungsamt
Ziel und Aufgabe
Eine qualitätvolle Stadtentwicklung kann vor allen Dingen durch
definierte Planungsziele kontrolliert werden. Um die Diskussion über
diese Ziele und eine Gesamtplanung anzustoßen, hat der Gestaltungsbeirat
der Stadt Köln einen Workshop initiiert. Er hatte immer wieder darauf
hingewiesen, dass die städtebauliche Entwicklung im Rechtsrheinischen
nicht isoliert anhand einzelner Projekte diskutiert werden kann, sondern
dass die Chancen im Zusammenhang gedacht werden müssen.
Vier renommierte Stadtplanungs- und Architekturbüros aus Deutschland
und den Niederlanden haben daher auf Einladung der Stadt Köln in diesem
Workshop die zukünftige Entwicklung für den rechtsrheininschen Kernraum
skizziert. Betrachtungsraum war der Süden von Mülheim, ein Großteil des
Stadtteils Deutz sowie der Westen von Kalk.
Zur Vorbereitung des Workshops sind all jene abgestimmten und zumeist
beschlossenen räumlich wirksamen Konzepte zusammengetragen worden, die
es für das Rechtsrheinische zum Zeitpunkt Januar 2004 gab. Dieses
sogenannte Kompendium bildetete die Grundlage für die Bearbeitung des
Workshops. Ziel des Workshops war es, einerseits den Status Quo auf
seine Chancen und Spielräume hin zu untersuchen, anderseits
weiterreichende Entwicklungslinien für die rechtsrheinische Stadtgestalt
zu entwickeln.
Im Rahmen der Sachstandsmitteilungen 2006 hat das Dezernat
Stadtentwicklung, Planen und Bauen die Ergebnisse des Workshops
überprüfen lassen und alle Interessierte über den Stand der
Entwicklungen informiert.
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Perspektiven für Kalk-Süd – Rübsamen + Partner mit club L94 Landschaftsarchitekten Ziel für dieses 460 Hektar große Areal, das Teile von Deutz, Kalk und Humboldt-Gremberg umfasst, ist die Bildung eines übergeordneten stadträumlichen Zusammenhangs. Dies gelingt durch die Schaffung differenzierter Freiraumtypologien, die sich auf den Resträumen an der Peripherie des Siedlungskörpers zum Grüngürtel Kalk zusammenfügen lassen. […] Eingebettet in den Grüngürtel sind drei unterschiedliche Parktypologien, die sich aus den vorhandenen Strukturen entwickeln. Hier entstehen neue Parkflächen wie der Stylepark, der Kalk-Berg, der grüne Rücken und der Sportpark Humboldt-Gremberg. Im Kontrast dazu stehen die Kreativen Keime: kleine Innenhöfe, Plätze und Wohnumfelder der bestehenden dichten Stadtstruktur. […]
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Perspektiven für den Rheinraum – Jo Coenen & Co Architects mit Agence Ter Landschaftsarchitekten Die Rheinräume werden durch gezielte landschaftsplanerische Eingriffe zur kontinuierlichen Rheinfront verbunden, in Nord-Südrichtung durch eine neue, durchgehende Uferpromenade vernetzt. Zwei neue Fußgängerbrücken verbinden die Trittsteine Rheinpark und Poller wiesen mit dem rechtsrheinischen Ringsystem. Durch ein feinmaschiges Wegenetz werden die Identitätskerne mit der Rheinuferzone verknüpft. […] Die Hafennutzung wird nicht aufgegeben, hier werden städtebauliche, landschaftsplanerische und nutzungsorientierte Szenarien mit temporärem Charakter entwickelt. […]
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Perspektiven für den Verkehr – Machleidt + Partner mit sinai und GRI Mit ihren Begleiträumen (Kleingärten, Schrottplätze, Brachflächen) können die Trassenkörper zwischen beiden Rheinseiten als Verbindungsräume fungieren, da sie nicht nur die Stadträume umfließen, sondern zudem über die Rheinbrücken sehr gut an das Linksrheinischen angebunden sind. Diese trennenden Räume sind also als Verbindungselemente nutzbar zu machen und für Fußgänger und Radfahrer zu erschließen. Dies beinhaltet auch eine besondere erstmalige Fürsorge für die Begleiträume. Bewusste freiraumästhetische Formulierungen der Flächen unter den Trassen müssen noch gefunden werden. […] Alternative Verkehrsmittel, landschaftlich gestaltete Verbindungen, und lebendige Stadtquartiere machen das Rechtsrheinische zu einem wertvollen Pendant zur linksrheinischen Innenstadt, beide Seiten ergänzen sich auf gesamtstädtischer Ebene in ihren Funktionen |
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Perspektiven für Deutz – Kister Scheithauer Gross mit KLA kiparlandschaftsarchitekten […] Deutz ist umgeben von stadträumlich untereinander isolierten Großbauten. Es wird vorgeschlagen, die Qualität der öffentlichen Räume zwischen diesen Bauten anzuheben und einen Ring von der Deutzer Brücke über das Fachhochschulgelände zum Deutzer Hafen auszubilden. […] Straßenbegleitendes Grün, Baumalleen, und breitere Bürgersteigzonen werden geplant. […] Durch die Verringerung überbreiter Straßenräume verlieren diese ihre trennende Wirkung. Öffentlichkeitswirksame Inszenierungen wie City Gardening lenken den Fokus auf diese Maßnahmen. Da in Deutz ein hoher Bedarf an Wohnraum besteht, wird eine bauliche Nachverdichtung mittels Aufstockung vorgeschlagen – im Einklang mit einer erhöhten Durchlässigkeit und Verfügbarkeit des öffentlichen Raums. |
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Perspektiven für Mülheim-Süd – Claus en Kaan Architecten mit greenbox Landschaftsarchitekten Durch das Verschwinden der Industrie ist Spielraum entstanden. Dieser „Zwischenraum“ sollte in die Planung miteinbezogen werden. Die Idee einer Schwebebahn liegt nahe, nicht nur als Ergänzung des lückenhaften Nahverkehrs zwischen Mülheim und Deutz, sondern als Metapher für die Wiedergeburt und Interpretation vergangener Ingenieurskunst. Die Rundbögen unter der ICE-Trasse bieten sich mit den Schwebebahnhallen als neues urbanes Zentrum an, das die Stegerwaldsiedlung mit dem Rheinufer verbindet. […] Zweites wichtiges Element sind die Frei- und Grünflächen – der „Arkadische Spielraum“ (Monte Kalk, Kleingärten, Brachflächen, Raum unter der Stadtautobahn). Sie werden in einen Park des 21. Jahrhunderts verwandelt. […] Es sollte eine Balance gefunden werden zwischen dem Erhalt der Industriedenkmäler und den gegenwärtigen Wirtschaftsfaktoren.
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alle Texte sind Auszüge aus dem ausstellungsbegleitenden Katalog „Rechtsrheinische Perspektiven – Stadtplanung und Städtebau im postindustriellen Köln – 1990 bis 2030“. Für einen ersten Eindruck klicken Sie HIER
Hg. Bernd Streitberger und Anne Luise Müller, A DOM publishers ISBN 978-3-86922-101-4. Der gleichzeitig erstellte Architekturführer Rechtsrheinisches Köln lädt auf den Spuren der Industriegeschichte zu Touren durch die »innere Peripherie« ein. „Architekturführer Rechtsrheinisches Köln“, Hg. Bernd Streitberger/ Anne Luise Müller, A DOM publishers ISBN 978-86922-163-2 |
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